Die häufigsten Fragen zur spanischen Erbschaftssteuer

Wann muss ich spanische Erbschaftsteuer zahlen?

Als erstes muss man zwischen der beschränkten oder unbeschränkten Steuerpflicht unterscheiden. Unbeschränkt steuerpflichtig sind diejenigen Erben, die ihren gewöhnlichen Wohnort in Spanien haben. In diesem Fall unterliegt der gesamte Nachlass der spanischen Erbschaftsteuer. Ist der Erbe in Spanien nur beschränkt steuerpflichtig, weil sein ständiger Wohnsitz nicht in Spanien ist, unterliegt nur das spanische Inlandsvermögen der Erbschaftsteuer. Darunter fallen beispielsweise in Spanien gelegene Immobilien, aber auch in Spanien vorhandene Bankguthaben oder Anteile einer spanischen Gesellschaft.

Wie sieht das Erbschaftsteuerrecht in Spanien aus?

In Spanien besteht die Besonderheit, dass es auf nationaler Ebene sowie in den autonomen Regionen jeweils gesonderte Schenkungs- und Erbschaftsteuergesetze gibt - mit zum Teil vollkommen unterschiedlichen Steuerfolgen. Zum Beispiel ist das katalanische Recht, das für Ehegatten und nächste Verwandte Abschläge von nahezu 99% enthält, anzuwenden, wenn sowohl Erblasser als auch Erbe in Katalonien wohnhaft sind. Andernfalls greift das nationale Recht mit in aller Regel deutlich höheren Belastungen.In Abhängigkeit u.a. des Vorvermögens des Erben, Verwandtschaftsgrad und die niedrigeren Freibeträge bewegen sich die Steuersätze zwischen 7,75% und 81,6%.

Gibt es im Bereich der Erbschaftsteuer ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Spanien?

Nein, mit Spanien gibt es seit 1966 zwar ein Doppelbesteuerungsabkommen. Es umfasst allerdings nicht die Erbschafsteuer.

Wann ist die Erbschaftsteuer fällig?

Die spanische Erbschaftsteuer ist innerhalb von 6 Monaten nach dem Tod fällig. Wird die Frist nicht eingehalten, fallen Steuerzuschläge von bis zu 20% an. Allerdings ist es möglich, in den ersten 5 Monaten Fristverlängerung auf insgesamt 12 Monate zu beantragen.

Verjährt die Erbschaftsteuer?

Die Verjährung der spanischen Erbschaftsteuer beträgt grundsätzlich 4 Jahre, beginnend mit dem Ende des Auslaufens der Frist für die freiwillige Zahlung, die 6 Monate nach dem Tod beginnt. Allerdings beginnt die Verjährungsfrist seit 1.1.2003 erst dann zu laufen, wenn der spanische Fiskus Kenntnis vom Sterbefall hat. Im Falle eines in Deutschland erstellten Testaments beginnt die Verjährung also erst mit der notariellen Erbschaftsannahmeerklärung in Spanien und deren Vorlage beim spanischen Finanzamt.

Welche Bedeutung hat die spanische Steuernummer?

Die spanische Steuernummer „NIE“ (número de identificación fiscal de extranjeros) ist unbedingt erforderlich, um die gesamte Steuerabwicklung in Spanien vornehmen zu können – u.a. Zahlung der Erbschaftsteuer, Erbeannahme, Grundbucheintragung, etc. Die NIE muss persönlich bei der spanischen Polizei oder beim spanischen Konsulat beantragt werden.

Welche Dokumente sind notwendig, um die Steuererklärung einzureichen?

Die Wichtigsten sind folgende:
  • Internationale Sterbeurkunde
  • Steuernummer
  • Bescheid, dass in Spanien kein Testament ausgestellt worden ist.
  • Bescheid, dass in Spanien keine Lebensversicherung abgeschlossen worden ist.
  • Testament oder Erbschein mit beglaubigter Übersetzung und Haager Apostille
  • Kaufsvertragsurkunde der spanischen Immobilien
  • Erbannahme vor einem spanischen Notar

Muss die Erbannahme persönlich in Spanien erfolgen?

Nein, es besteht die Möglichkeit, eine Vollmacht zugunsten einer natürlichen oder juristischen Person, die in Spanien ansässig ist, zu erteilen. Die Vollmacht muss notariell beurkundet werden und die Haager Apostille muss veranlasst werden. Die für die spanische Steuererklärung erforderliche Erbannahme ist strikt von der Frage zu trennen, wie der Erbe eines deutschen Erblassers die Erbschaft annimmt. Hierfür greift ausschließlich und allein deutsches Erbrecht mit der Folge, dass man in Deutschland tätig werden muss.

Fällt eine Zuwachssteuer bei einem Erbfall an?

Ja, wenn man eine Immobilie in Spanien erbt, fällt die so genannte „pluvalía“ an.