Finanzierungsinstrumente zur Überbrückung der Corona-Krise

Die Bundes- und Landesregierungen sehen vor allem bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) bedarf an Liquiditätshilfen zur Überbrückung der Corona-Krise. Jedoch können auch größere Unternehmen und Konzerne Finanzhilfen beantragen.

Weitere Informationen auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums unter dem Stichwort Coronavirus: Milliarden-Schutzschild für Deutschland. (Stand 25.03.2020)

Das Bundesfinanzministerium hat insbesondere zu diesem Zweck die Konditionen für Bürgschaften und Haftungsübernahmen bei der staatlichen KfW-Bankengruppe verbessert.

Beantragt werden können Bürgschaften für einen Unternehmerkredit bei länger als fünfjähriger Tätigkeit am Markt von folgenden Unternehmen und zu folgenden Konditionen.

Große Unternehmen (große U) – das heißt mehr als 250 Mitarbeiter und mehr als 50 Mio. EUR Umsatz oder mehr als 43 Mio. EUR Bilanzsumme – und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – das heißt bis zu 250 Mitarbeiter und bis zu 50 Mio. EUR Umsatz – können eine Bürgschaft für einen Kredit bekommen. Für große Unternehmen wird bis zu 80 % des Risikos übernommen, für kleine und mittlere Unternehmen bis zu 90 %.

Gehört das Unternehmen einer Unternehmensgruppe an – also bei einer Beteiligung an einem anderen Unternehmen mit mehr als 50 % und umgekehrt oder derselbe Inhaber von Einzelunternehmen – gilt der konsolidierte Umsatz aller verbundenen Unternehmen.

Der Kredithöchstbetrag, für den das Risiko übernommen wird, ist unternehmensbedingt begrenzt. Die maximale Obergrenze beträgt insgesamt 1 Mrd. EUR.

Dieselben Konditionen gelten auch für Gründer, also für Unternehmen, die weniger als 5 Jahre am Markt tätig sind.

Es gibt nun ein Sonderprogramm der KfW-Bankengruppe zur Konsortialfinanzierung ab 25 Mio. EUR. Das bedeutet, dass die KfW-Bankengruppe mit einer weiteren Bank zusammen einen Kredit gewährt. Dieser gilt für Investitionen und Betriebsmittel von mittelständischen und großen Unternehmen.

Die KfW-Bankengruppe übernimmt bis zu 80 % des Risikos, gedeckelt durch maximal 50 % des Risikos der Gesamtverschuldung.

Grundsätzlich erfolgt eine Bürgschaft durch die KfW-Bankengruppe nicht per Antragstellung durch das Unternehmen, sondern durch den Finanzierungspartner des Unternehmens. Auch weißt die KfW-Bankengruppe darauf hin, dass die Anträge durch die Finanzierungspartner bei der zuständigen Landesbürgschaftsbank gestellt werden sollen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der KfW-Bankengruppe unter dem Stichwort KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen (Stand 25.03.2020) und des Verbandes Deutscher Bürgschaftsbanken unter dem Stichwort Aktuelles und Corona-Krise. (Stand 25.03.2020)

In Baden-Württemberg sollen die L-Bank und die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg nach bereits bewährtem Modell Bürgschaften zusichern. Die Landesregierung hat hierfür den Bürgschaftsrahmen von 200 Mio. EUR auf 1 Mrd. EUR erhöht. Von der Corona-Krise betroffene Unternehmen sollen eine Bürgschaftsquote bis zu 80 % erhalten können. Zur schnelleren Bearbeitung der Anträge sollen die Bürgschaftsbanken über beantragte Bürgschaften bis zu 250.000 EUR in eigener Kompetenz entscheiden können.

Ziel der Maßnahmen ist eine einfachere und schnellere Kreditvergabe für Unternehmen, die aufgrund der Corona-Krise unverschuldet Liquiditätsengpässe erleiden.

Zudem hat der Landtag des Landes Baden-Württemberg am 19.03.2020 das „Gesetz zur Feststellung einer Naturkatastrophe, der Höhe der Ausgabenkomponente und zur Festlegung eines Tilgungsplans nach § 18 Absatz 6 der Landeshaushaltsordnung für Baden-Württemberg“ beschlossen. Dabei handelt es sich um ein Haushaltsgesetz zur Vorbereitung eines „Rettungsschirms für Unternehmen in der Corona-Krise“. Es erlaubt dem Land Baden-Württemberg, zusätzliche Kredite aufzunehmen bis zu einer Höhe von insgesamt 5 Mrd. EUR.

Damit soll neben den oben genannten Bürgschaften bei den Landesbürgschaftsbanken ein brancheoffener Härtefallfond ausgestattet werden, um Selbständige und mittelständige Unternehmen bis 50 Beschäftigte in kurzfristig dringenden Liquiditätsschwierigkeiten zu helfen. Bis zum Abend des 25.03.2020 soll ein vollelektronisches Antragssystem beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg geschaltet werden, über das Soforthilfen beantragt werden können. Bisher wird vom Wirtschaftsministerium eine Staffelung von 9.000 EUR bis 30.000 EUR je nach Antragsteller für drei Monate als Förderungsrahmen angegeben. Antragsberechtigt sind nur Unternehmen mit Hauptsitz im Land Baden-Württemberg. Es handelt sich bei den Finanzierungshilfen um nicht rückzahlbare Zuschüsse.

Weitere Informationen erhalten Sie auf einem in Kürze verfügbaren gesonderten Beitrag zum Härtefallfonds „Soforthilfe Corona“ des Landes Baden-Württemberg unter https://www.voelker-gruppe.com/corona/ sowie auf folgenden Internetseiten des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg (Wirtschaftsministerium), insbesondere zur Antragstellung unter dem Stichwort Soforthilfe Corona des Finanzministeriums Baden-Württemberg unter dem Stichwort Rettungsschirm für Unternehmen in der Coronakrise im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. (Stand 25.03.2020)