M&A — Unternehmenskauf

Ablauf einer M&A-Transaktion

Der Unternehmenskauf hat sich in den letzten Jahren zu einer eigenständigen Beratungsdisziplin entwickelt. Mit dem Begriff „Mergers & Acquisition“ wird eine Vielzahl von unterschiedlichen Transaktionen bezeichnet, bei denen entweder die Inhaberschaft eines Unternehmens durch Verkauf wechselt (Acquisition) oder Unternehmen miteinander fusionieren oder eine sonstige Verbindung eingehen (Merger). Spezialisierte M&A-Berater begleiten diese Transaktionen als Makler, Investmentmanager, Finanzberater oder Steuerberater.

Die rechtliche Seite eines Unternehmenskaufs wird in der Regel von spezialisierten Wirtschaftsanwälten abgedeckt, die aus dem Bereich des Handels- und Gesellschaftsrecht stammen. Diese Wirtschaftsjuristen verfügen über die notwendige Expertise, um den komplexen Transaktionsprozess, der neben rechtlichen auch steuerliche, wirtschaftliche und finanzielle Aspekte umfasst, erfolgreich steuern und gestalten zu können.

VOELKER verfügt über ein Team von Anwälten die alle als Fachanwälte für Handels- und Gesellschaftsrecht besonders qualifiziert sind, Verkäufer oder Käufer bei Unternehmenstransaktionen umfassend zu beraten. Aus der langjährigen Begleitung von Unternehmenskäufen aus dem mittelständigen Bereich hat sich bei VOELKER eine besondere Expertise in der mittelständischen Transaktionsberatung entwickelt. Für die Strukturierung einer Transaktion zum Erwerb oder Verkauf eines Unternehmens hat sich eine bestimmte Prozessabfolge als Standard bewährt. Ein solcher Transaktionsprozess dauert in der Regel mehrere Monate und ist entwickelt teilweise eine besondere Dynamik. Gute Vorbereitung und erfahrende Berater sind hierbei wichtige Erfolgsfaktoren.

  • Planungsphase, Käufersuche oder Auswahl des Zielunternehmens
  • Am Anfang steht die Auswahl eines Zielunternehmens aus Käufersicht oder die Ansprache potentieller Käufer aus der Perspektive des Käufers. Bevor der Unternehmensinhaber sensible Unternehmensdaten an den Kaufinteressenten herausgibt, sollte eine Vertraulichkeitsvereinbarung (abgekürzt "NDA" für Non Disclosure Agreement) unterzeichnet werden. Danach wird dem Kaufinteressenten in der Regel ein Einblick in wichtige Eckdaten des Unternehmens gewährt (z.B. in einem Informations-Memorandum oder in einem Exposé). Die wichtigsten Eckpunkte der Transaktion die Transaktionsstruktur, die Ziele des Käufers, die Kaufpreisvorstellungen der Parteien bzw. das Kaufpreisangebot des Käufers , der Zeitrahmen und das weitere Vorgehen . werden in einer noch rechtlich unverbindlichen Absichtserklärung (Letter of Intent) beschrieben. Dieser Letter of Intent kann einem Käufer aber auch rechtswirksam Exklusivität zusichern, nach der dem Verkäufer für einen gewissen Zeitraum Verhandlungen mit anderen Interessenten nicht gestattet sind.
  • Due Diligence
  • Die Stellung eines Kaufinteressenten ist dadurch geprägt, dass er als Außenstehender keine genaue Kenntnis von dem Unternehmen als Kaufobjekt hat. Der Verkäufer verfügt hingegen über detaillierte Informationen über den Zustand seines Unternehmens. Hier besteht eine Informationssymmetrie zwischen den Parteien. Der Kaufinteressent hat daher ein Interesse, den Kaufgegenstand . das Unternehmen . genau zu prüfen und zu untersuchen, bevor er sich zum Kauf entschließt. Diese Prüfung ist notwendig, um den Wert des Unternehmens genau bestimmen und um Risiken im Geschäftsbetrieb einschätzen zu können. Ein solches vom Käufer angestrengte Untersuchungsverfahren wird als .Due Diligence. bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem US-amerikanischen Recht und bezeichnet die erforderliche Sorgfalt, die bei der Prüfung eines am Kapitalmarkt emittierenden Unternehmens von den Beratern aufgewendet werden muss, damit diese sich von einer Haftung entlasten können. In einem weiteren Verständnis wird der Begriff der Due Diligence in Transaktionsprozessen für die sorgfältige und systematische Untersuchung eines Unternehmens als Kaufobjekt verwendet. Ziel der Due Diligence ist dabei, dem Käufer eine solide Entscheidungsgrundlage zu erarbeiten, ob er den Kauf des Unternehmens wagen kann. Die Ergebnisse der Due Diligence fließen anschließend in die Regelungen des Kaufvertrags ein.
    Die Due Diligence Prüfung kann verschiedene Untersuchungsschwerpunkte haben. Bei einer Commercial Due Diligence wird die Marktposition und das Wettbewerbsumfeld des Zielunternehmens analysiert. Die Financial Due Diligence prüft die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Akquiseobjekts. Bei der Tax Due Diligence werden die steuerlichen Risiken untersucht. Die Legal Due Diligence befasst sich mit allen rechtlichen Verhältnissen des Unternehmens. Sie unterteilt sich z.B. in die folgenden Bereiche:
    • Gesellschaftsrechtliche Struktur
    • Anlagevermögen, Grundbesitz
    • Kunden, Lieferanten, Vertrieb
    • Personalangelegenheiten
    • Rechtsstreitigkeiten
    • FinanzierungsangelegenheitenUmweltfragen
    • Versicherungen

    Die Due Diligence wird in der Regel anhand eines Fragebogens vorbereitet (Due Diligence Check List). Die Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst (Due Diligence Report).

  • Entwurf des Kaufvertrags und Verhandlungen
  • Anhand eines Kaufvertragsentwurfs verhandeln die Parteien über alle offenen und zu regelnden Aspekte des Unternehmenskaufs. Die Ergebnisse der Due Diligence Prüfung fließen in diese Verhandlungen ein. Die Chancen und Risiken des Unternehmens werden bewertet und der Preis verhandelt. Nicht zuletzt muss der Käufer in dieser Phase der Verhandlungen sich mit der Frage beschäftigen, wie er Wert des Unternehmens tatsächlich einschätzt und wie der Kauf des Unternehmens und dessen weiterer Geschäftsbetrieb finanziert werden soll. Mit diesem Aspekt der Transaktion befasst sich die Spezialdisziplin der Unternehmensfinanzierung (Corporate Finance). Die Verhandlungsphase wird mit der Vertragsunterzeichnung abgeschlossen (signing). Bei größeren Unternehmenszusammenschlüssen ist eine Anmeldung und Genehmigung der Transaktion durch die Wettbewerbsbehörde (Kartellamt) erforderlich. Der Kaufprozess wird mit der Eigentumsübertragung und Zahlung (Closing) beendet.
  • Integrationsphase
  • Das Gelingen der Integration des gekauften Unternehmens in den Geschäftsbetrieb des Erwerbers oder in dessen Unternehmensgruppe (engl. post merger integration) entscheidet letztlich darüber, ob der Transaktionsprozess insgesamt geglückt ist. Hierbei müssen Prozesse und Strukturen vereinheitlicht und Geschäftsbereiche auch organisatorisch zusammengelegt werden. Oftmals liegen die Gründe für das wirtschaftlich Scheitern einer Transaktion in dieser Phase.

Transaktionsformen

Transaktionsformen Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Konstellationen, in denen Unternehmen gekauft oder verkauft werden. Dabei unterscheiden sich sowohl die Verkaufssituationen, die Kaufgegenstände und auch die Akteure. Die jeweiligen Besonderheiten einer Transaktionsform prägen den Ablauf der Transaktion, die steuerliche Strukturierung, die Form der Finanzierung und die Kaufvertragsdokumentation ganz entscheidend.
  • Typische Verkaufskonstellation
  • Der Verkauf an einen Wettbewerber oder an einen strategischen Investor sind die typischen Fälle des Verkaufs mittelständischer Unternehmen. Ein Wettbewerber will dabei vor allem seinen Marktanteil erweitern, ein strategischer Investor rundet durch den Zukauf sein Produktportfolio ab oder erweitert sein Tätigkeitsfeld außerhalb des eigentlichen Kernbereichs um Synergieeffekte zu realisieren.
  • Asset Deal und Share Deal
  • Ein Unternehmenskauf lässt sich auch nach dem Kaufgegenstand einteilen. Erwirbt ein Käufer Anteile an der Gesellschaft, die Trägerin des Unternehmens ist, spricht man von einem Anteilskauf oder von einem Share Deal. Kaufgegenstand sind in diesem Fall die Geschäftsanteile einer GmbH, die Aktien einer Aktiengesellschaft oder die Gesellschaftsanteile einer Personengesellschaft. Der Kauf findet hierbei als Rechtskauf nur hinsichtlich des Unternehmensträgers statt. Werden nicht die Anteile am Unternehmensträger erworben, sonder das Unternehmen selbst als Sachgesamtheit spricht man von einem Kauf von Wirtschaftsgütern oder von einem Asset Deal. Dabei werden alle Vermögenswerte des Unternehmens (engl. Assets), wie Grundstücke, Gebäude oder Maschinen aber auch Rechtsverhältnisse, Forderungen und Verbindlichkeiten einzeln an den Käufer übertragen. Wird das Unternehmen insgesamt und nicht nur ein Teilbetrieb übertragen, bleibt nach Vollzug die Trägergesellschaft als leere Hülle übrig und muss liquidiert werden.
  • Beteiligungskauf
  • Erwirbt der Käufer nur einen Teil der Anteile an einem Unternehmensträger spricht man von einem Beteiligungskauf. Bei dieser Konstellation ist ein besonderes Augenmerk der Gestaltung nicht nur auf den Kaufvertrag sondern auch auf etwaige Gesellschaftervereinbarungen oder Konsortialvereinbarungen zu legen, die regeln, wie die bisherigen Gesellschafter und der Neugesellschafter zusammenwirken, um das Unternehmen erfolgreich zu steuern.
  • Management-Buy-Out / Management-Buy-In
  • Die englischen Begriffe .MBO. oder .MBI. stehen für den Verkauf eines Unternehmens an einen Nachfolger aus der Management-Ebene. Verkauf ein Unternehmensinhaber sein Unternehmen an seinen bisherigen Geschäftsleiter oder an sonstige leitende Mitarbeiter wird dies als Management-Buy-Out bezeichnet. Bei einem Management-Buy-In erwerben branchenerfahrene Manager von außerhalb ein Unternehmen, um sich auf diese Weise selbständig zu machen.
  • Private Equity
  • Private Equity Gesellschaften sind in der Regel Fonds oder Investorengruppen, die zu Anlage- und Renditezwecken Unternehmensbeteiligungen eingehen oder Unternehmen vollständig erwerben. Der Begriff .Private Equity. steht dabei für eine Form von Eigenkapital, das nicht über eine Börse bereitgestellt wird. Wird das Kapital innovativen jungen Unternehmen zur Verfügung gestellt, die zwar ein hohes Risiko, aber auch entsprechende Wachstumschancen in sich bergen, so spricht man von Risiko- oder Wagniskapital (engl. venture capital).
  • Unternehmenskauf in Krise und Insolenz
  • Mit Hilfe von Verkauf und Restrukturierung können wirtschaftliche angeschlagene Unternehmen eine zweite Chance erhalten. Auch der Kauf von insolventen Unternehmen von einem Insolvenzverwalter kann für einen Erwerber eine interessante Option sein, sein eigenes Portfolio zu erweitern.