Digitalisierungsforum: Standardsoftware ist nicht mehr sicher: Reverse Engineering durch KI Außerdem: neue DSGVO-Ausnahmen für KI-Training

Bislang galt: Der Objektcode von Software ist ausreichend sicher. Niemand kann die Software allein anhand des Objektcodes sinnvoll nachbauen. Dies ändert sich gegenwärtig. Denn über KI kann inzwischen Quellcode zu beliebigem Objektcode generiert werden. Dadurch können Nachbauten entstehen und Wettbewerber können sich bislang geheime Abläufe in Ihrer Software erschließen. Aber ist das auch erlaubt? Hierzu mehr auf dem Digitalisierungsforum am 25.11.2026.

Zudem werden die jüngsten Vorhaben im Zusammenhang mit dem Reformpaket „Digitaler Omnibus“ betrachtet, das weitreichende Ausnahmen von der DSGVO vorsieht, wenn dies dem Zweck des KI-Trainings dient. Bislang unmögliche Datenverwertungen können somit möglich werden. Wir werfen einen Blick auf den aktuellen Stand des Gesetzesentwurfs.

Einerseits gewinnt das Reverse Engineering durch KI-gestützte Analysewerkzeuge massiv an Dynamik. Für etablierte Entwickler proprietärer Software, Steuerungen und MedTech-Lösungen birgt dies ein erhebliches Risiko: Mittels moderner KI lassen sich Code, Logiken und Schnittstellen effizienter denn je rekonstruieren. Gleichzeitig bietet die Technologie Anwendern – insbesondere auch Kliniken und Geräteherstellern – neuartige Hebel, um sich aus kostenintensiven, proprietären Lock-In-Effekten zu lösen und Interoperabilität herzustellen. Dies wirft dringende Fragen auf: Wann genießen KI-Outputs Schutz, wo endet das legale Reverse Engineering nach UrhG und GeschGehG, und wie sichert man eigene Entwicklungs-Assets wirksam ab?

Andererseits bahnt sich mit dem noch im europäischen Gesetzgebungsprozess befindlichen Digitalen Omnibus eine weitreichende Reform der Datenregulierung an. Dieses Gesetzespaket will bestehende Rechtsakte harmonisieren, Bürokratie abbauen und die datenbasierte Innovation stärken. Für forschende Unternehmen, MedTech-Pioniere und das Gesundheitswesen birgt dies enorme Chancen: Diskutiert werden unter anderem regulatorische Erleichterungen für die rechtssichere Sekundärnutzung sensibler Gesundheits- und Behandlungsdaten zu Forschungs-, Entwicklungs- und KI-Trainingszwecken.

Im Rahmen des Digitalisierungsforums am 25. November 2026, 15:30 – 17:00 Uhr, beleuchten Dr. Gerrit Hötzel und Marius Adler diese beiden zentralen Zukunftsfelder kompakt, interdisziplinär und fundiert:

  • KI-Outputs & Reverse Engineering im Praxiseinsatz: Urheberrechtliche Einordnung von KI-Ergebnissen, Grenzen des Geschäftsgeheimnisschutzes, Bedrohungen etablierter Software- und Systemarchitekturen sowie Strategien zur Überwindung von Lock-In-Effekten. Die Referenten stellen konkrete Praxislösungen und strategische Schutzmechanismen vor, um Know-how und Code-Investitionen verlässlich abzusichern.

  • Ausblick: Chancen durch den Digitalen Omnibus: Ein strategischer Ausblick auf das Reformpaket – mit besonderem Blick auf künftige Spielregeln der Datennutzung, Erleichterungen für datengetriebene Innovationen und die sich abzeichnenden Potenziale für das Training von KI-Modellen im Gesundheitssektor und der MedTech-Industrie.

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich über die neuen rechtlichen Dynamiken des KI-gestützten Software-Wettbewerbs zu informieren, praxisnahe Schutzmaßnahmen für Ihre Systeme mitzunehmen und frühzeitig die künftigen datenrechtlichen Weichenstellungen für Ihr Unternehmen oder Ihre Einrichtung im Blick zu behalten.

Die Veranstaltung findet online statt und ist kostenlos.

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